Bondage – Die fesselnde Lust

bondage

Seit „50 Shades of Grey“ ist der SM-Bereich salonfähig geworden. Jeder redet darüber, aber kaum einer gibt es zu. Selten hat es ein Buch dieses Genres zu so großer Popularität geschafft. Doch wie kommt es dazu? Ist uns „normaler“ Sex einfach zu langweilig geworden?

Der Grund ist vermutlich viel subtiler: wir sind einfach neugierig auf was Neues! Dass die SM-Szene nicht nur aus Schmerzen und dem Spiel aus Dominanz und Unterwürfigkeit besteht zeigt Bondage, der wohl am weitesten verbreitete SM-Bereich.

Doch was bringt es, den Partner zu fesseln oder gefesselt zu werden?

Es bringt Lust! Hingabe! Und es sensibilisiert die Sinne. Natürlich dient es im SM auch der Dominanz über den Partner, Fesselung kann ein Teil des Spanking sein, oder einfach die Macht des Dom über die Sub demonstrieren. Aber es gibt auch softere Arten, die für nahezu jeden einen Versuch wert sind. Die größte Rolle spielt dabei das Vertrauen, ist das gegeben, kann Bondage auch auf eine zärtliche Art zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

„Vertraust du mir?“, war die einzige Frage, die ich ihm stellte. Er vertraute mir. Und somit sollte seine Reise in ein Land neuer Empfindungen beginnen. Ich führte ihn wortlos zum Bett, zog ihn vollständig aus und bat ihn, sich hinzulegen. Dann öffnete ich die Kommode neben dem Bett, und holte lange Samtbänder hervor. Ich wickelte sie um seine Handgelenke und fixierte ihn am Bett, nicht zu fest, aber dennoch so, dass er seine Arme nicht mehr weit bewegen konnte. Anschließend verband ich ihm mit einem Tuch die Augen, und begann, sanft seinen Körper zu streicheln. Nachdem er anfangs auf Grund seiner eingeschränkten Lage noch etwas angespannt war, begann er nun zusehends, sich zu entspannen. Und ich ging weiter. Mit unzähligen zärtlichen Küssen und neckenden Knabbereien erforschte ich seinen Körper, widmete mich jedem Zentimeter. Fast jedem… Ganz bewusst sparte ich sein bestes Stück aus. Ich spielte mit ihm und der Tatsache, dass er nichts tun konnte, außer geschehen zu lassen. Dass er nicht wusste, was als nächstes passieren würde.

Nach und nach baute ich immer weitere Utensilien ein. Ein kleiner Vibrator, mit dem ich sanft über seinen Körper strich, ein Eiswürfel in meinem Mund, Federn, ein Peeling-Handschuh, ein Wechsel aus verschiedensten Materialien und Empfindungen, sein bestes Stück immer nur flüchtig beachtend. Die Wirkung war unübersehbar. Bei jeder neuen Berührung durchzuckte es seinen Körper, ich hatte ihn selten so erregt gesehen! Ich genoss es, zu sehen, wie seine übrigen Sinne sensibilisiert waren, und das nur, weil ich ihn der Bewegungsfreiheit und des Sehens beraubt hatte. Er war in eine völlig andere Welt abgetaucht, in der es nur noch ihn und mich gab, ihn und mein Spiel mit seiner Lust!

Am Ende sagte er mir, dass er etwas so intensives noch nie erlebt hätte und sich früher nie hätte vorstellen können, worin der Reiz bestehen würde, gefesselt zu sein. Seit diesem Tag haben wir dieses Spiel wechselseitig schon öfter wiederholt, und diese Abende sind für uns beide nach wie vor etwas ganz besonderes.

Die unterschiedlichen Gesichter des Bondage

Bondage hat viele Gesichter, dieses ist eines davon. Es ist eine besondere Form der grenzenlosen Hingabe, erreicht durch das Setzen von Grenzen in der Bewegungsfreiheit. Mit dem Bewusstsein, sich nicht Bewegen zu können, ist man viel eher bereit, sich darauf einzulassen, absolut passiv einfach nur zu genießen, ganz ohne schlechtes Gewissen. Man sollte sich langsam herantasten, und dann, je nach Belieben, die Stärke der Einschränkung wählen. Zu Beginn reicht beispielsweise ein Tuch, mit dem man eine Fesselung andeutet, um die Grenzen der Bewegungsfreiheit zu definieren. Und man sollte sich bewusst werden, dass Bondage zwar aus dem SM-Bereich kommt, aber Blümchensex nicht zwangsläufig ausschließt. Wie weit man gehen will, bleibt jedem selbst überlassen.

Schränkt man die Bewegungsfreiheit so weit ein, dass sich der gefesselte nicht mehr selbst befreien kann, gibt es ein paar wichtige Sicherheitsregeln zu beachten. Man sollte vor Beginn ein gemeinsames Safeword festlegen, bei welchem man jegliche Aktion sofort einstellt und den Gefesselten umgehend befreit. International hat sich innerhalb der SM-Szene das Wort „Mayday“ etabliert, aber es bleibt natürlich jedem selbst überlassen, ein Wort seiner Wahl zu wählen. Verwendet man spezielle Bondage-Utensilien wie beispielsweise einen Monohandschuh oder ähnliches ist es wichtig, sich vorher wirklich mit der Handhabung vertraut zu machen. Außerdem sollte man immer eine Verbandschere griffbereit haben, falls ein Notfall irgendeiner Art eintritt und man keine Zeit mehr hat, etwaige Knoten zu lösen. Und last but not least lässt man eine gefesselte Person niemals allein im Raum, nicht mal für einen kurzen Moment!

Neben dieser wohl bekanntesten Art des Bondage gibt es auch viele Unterarten. In den klassischen SM-Bereich fällt da die sogenannte Folterbondage. Diese wird dazu verwendet, den Bottom (gleichzusetzen mit Sub) in eine unangenehme oder auch schmerzhafte Lage zu bringen und dort zu fixieren. Eine weitere Hauptform ist die japanische Bondage, auch Shibari genannt, bei welcher die Ästhetik im Mittelpunkt steht, und es darum geht, ein komplexes Gesamtkunstwerk aus Partner und Seil zu schaffen. Eine Abwandlung ist die Zierbondage, welche an die Kunstwerke der Shibari angelehnt ist. Sie ist oft auch Bestandteil der Kleidung auf Fetisch Partys und auch viele Designer spielen mit der Andeutung dieser Kunst.

Lust bekommen? Einfach mutig sein und ausprobieren! Entweder der Phantasie freien Lauf lassen oder mal im Erotik-Store stöbern und sich Anregungen holen. Es lohnt sich, denn sensibilisierte Sinne machen kleinste Berührungen zu wahren Empfindungsfluten.

Werbung:
Mein BASE

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>